Wenn man das Schachbrett zum ersten Mal sieht, mag es einem sehr schwer vorkommen. Doch man merkt schnell, dass es gar nicht so einfach ist zu gewinnen, sobald die Züge beginnen. Deshalb brauchen Anfänger eine einfache Strategie. Man muss nicht gleich alles am ersten Tag lernen. Es reicht, ein paar einfache Regeln zu befolgen.
Ein Schachbrett hat 64 Felder und 32 Figuren, falls du es noch nicht wusstest. Jeder einzelne Zug ist wichtig. Du musst jeden Zug genau überlegen. Deshalb machen Anfänger oft kleine Fehler, die sie das Spiel kosten, wenn sie keinen Plan haben. Mit der richtigen Anfängerstrategie kannst du diese Fehler vermeiden.
Warum Anfänger im Schach eine Strategie brauchen
Viele Anfänger ziehen ihre Figuren einfach planlos. Manchmal bringen sie die Dame zu früh ins Spiel. Manchmal vergessen sie die Rochade. Und manchmal ziehen sie Bauern, ohne nachzudenken. Solche Züge mögen im lockeren Spiel funktionieren, aber gegen einen stärkeren Spieler führen sie schnell zur Niederlage.
Eine Strategie bietet eine klare Orientierung. Man weiß, was in der Eröffnung zu tun ist, wie es im Mittelspiel weitergeht und was im Endspiel angestrebt werden sollte. Außerdem sieht man mit jeder Partie, die man mit einer guten Strategie spielt, Fortschritte.
Das Schachbrett und die Schachfiguren verstehen
Schachbrett-Grundlagen für Anfänger: Jedes Schachbrett hat 64 Felder, halb hell und halb dunkel, in einem 8x8-Layout. Als Anfänger ist es normal, wenn man sich nicht alle Namen und Regeln merkt. Eine Regel sollte man sich aber unbedingt merken: Das Feld unten rechts muss immer hell sein. Ist es dunkel, ist das Brett falsch herum aufgebaut.
Die Rolle jeder Schachfigur: Jede Figur im Schach hat ihre eigenen Zugmöglichkeiten. Bauern ziehen vorwärts, schlagen aber diagonal. Springer bewegen sich immer in L-Form und können über andere springen. Läufer bleiben immer auf einer Farbe. Türme ziehen geradlinig. Die Dame ist die mächtigste Figur, da sie die Züge von Turm und Läufer vereint. Und der König ist zwar im Angriff nicht stark, aber dennoch die wichtigste Figur, denn ihn zu verlieren bedeutet die Niederlage.
Eröffnungsstrategien für Anfänger
Wenn man sich mit einem Schachspiel hinsetzt, sind die ersten Züge entscheidend. Diese Phase nennt man Eröffnung. Viele Anfänger denken, das Spiel beginne langsam, und ziehen die Figuren daher wahllos. Doch in Wirklichkeit bestimmt die Eröffnung den weiteren Spielverlauf. Ein guter Start verschafft einem die Kontrolle, ein schlechter zwingt einen, sich von Anfang an zu verteidigen.
Werfen wir einen Blick auf einige einfache Eröffnungsstrategien, die jeder Anfänger befolgen sollte.
Kontrolliere die Mitte des Spielbretts
Die Mitte des Schachbretts ist der wichtigste Bereich. Wenn du sie kontrollierst, sind deine Figuren...
Bewegen Sie sich frei und greifen Sie leicht an. Daher sollten Anfänger mit Bauernzügen wie e4, d4, e5 oder d5 beginnen. Diese Züge schaffen Raum für Läufer und Damen.
Verstehen wir das mal so: Wenn man die Mitte eines Raumes besetzt, kann man sich überall hin bewegen. Bleibt man aber in einer Ecke, kommt man nirgendwo hin. Man sitzt fest. Dasselbe Prinzip gilt im Schach. Versuche immer, deine Bauern und Figuren zur Mitte hin zu platzieren.
Entwickle deine Schachfiguren frühzeitig
Ein häufiger Fehler von Anfängern ist, dieselbe Figur immer wieder zu bewegen. Beispielsweise ziehen sie einen Bauern dreimal oder bewegen einen Springer hin und her. Das ist Zeitverschwendung. Setzen Sie stattdessen Ihre Springer und Läufer frühzeitig ein.
Die Springer stehen für Weiß am besten auf f3 und c3, für Schwarz auf f6 und c6. Läufer sollten vorgezogen werden, um die langen Linien zu kontrollieren. Allerdings sollten sie nicht zu weit vorgezogen werden, wo sie leicht angreifbar sind. Bei der Figurenentwicklung geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, die Figuren so zu positionieren, dass sie gut zusammenarbeiten können.
Schütze den König mit der Rochade
Eine weitere goldene Regel lautet: früh rochieren. Anfänger vergessen das oft und lassen den König in der Mitte. Doch das Zentrum ist immer angegriffen. Durch die Rochade wird der König in Sicherheit gebracht und gleichzeitig ein Turm ins Spiel gebracht. Rochade sollte möglichst innerhalb der ersten zehn Züge erfolgen.
Viele Anfänger versuchen beispielsweise, mit der Dame anzugreifen und vernachlässigen dabei die Sicherheit des Königs. Sie gewinnen zwar einen Bauern, verlieren aber die gesamte Partie, wenn der Gegner den offenen König angreift. Die Rochade vermeidet dieses Risiko.
Bring die Königin nicht zu früh
Die Dame ist die stärkste Figur, aber sie zu früh einzusetzen, ist riskant. Gegner können sie mit einfachen Zügen angreifen, und Sie verschwenden Zeit mit dem Versuch, sie zu retten. Setzen Sie stattdessen zuerst Ihre Bauern, Springer und Läufer ein. Bringen Sie die Dame erst dann ins Spiel, wenn das Brett offener ist.
Verbinde deine Türme
In der Eröffnung sind Türme meist hinter Bauern gefangen. Sobald man aber seine Figuren entwickelt und rochiert hat, sollten die Türme sich in der Grundreihe sehen können. Dies nennt man Türme verbinden. Dadurch werden sie stärker und bereit für das Mittelspiel.
Tipps für das Mittelspiel für Anfänger
Nach der Eröffnung beginnt das Mittelspiel. Gerade in dieser Phase fühlen sich viele Anfänger unsicher. In der Eröffnung folgt man bestimmten Strategien, wie dem Ausspielen der Springer oder der Rochade. Im Mittelspiel hingegen sieht das Brett in jeder Partie anders aus. Deshalb braucht man ein paar einfache Tipps, um besser zu spielen.
Spielfiguren gezielt einsetzen
Bauern mögen klein erscheinen, spielen aber im Mittelspiel eine wichtige Rolle. Anfänger ziehen ihre Bauern oft planlos und ziellos. Doch jeder Zug verändert das Spielbrett. Er kann eine Linie öffnen, eine Figur blockieren oder ein schwaches Feld hinterlassen.
Wenn du beispielsweise zu viele Bauern vor deinen König stellst, wird er gefährdet. Eine starke Bauernkette hingegen kann deinen Angriff unterstützen. Frage dich also vor jedem Zug: Warum bewege ich diese Figur? Gibt es keinen triftigen Grund, lass es.
Vorsicht vor simplen Fallen!
Das Mittelspiel steckt voller Tücken. Anfänger tappen oft in einfache Fallen, wie etwa eine Figur unverdient zu verlieren. Manchmal übersieht man eine Gabel des Springers. Ein anderes Mal übersieht man eine Fesselung durch den Läufer. Doch all das lässt sich leicht vermeiden, wenn man aufmerksam bleibt.
Eine einfache Regel lautet: Beobachte immer, was der Gegner vorhat. Konzentriere dich nicht nur auf deinen eigenen Zug. Prüfe, ob deine Figur angegriffen wird oder ob der Gegner eine Drohung vorbereitet.
Bringen Sie alle Ihre Spielfiguren ins Spiel.
Im Mittelspiel ist Teamwork gefragt. Lass deine Türme und Läufer nicht untätig im Hintergrund stehen. Versuche, jede Figur einzusetzen. Wenn alle deine Figuren aktiv sind, ergeben sich mehr Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten.
Vorausschauend denken, aber einfach bleiben
Sie müssen nicht wie ein Großmeister zehn Züge im Voraus berechnen. Aber Sie sollten ein oder zwei Züge vorausdenken. Zum Beispiel: Wenn ich diesen Springer ziehe, was wird mein Gegner tun? Und was kann ich danach spielen? Diese Angewohnheit hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden.
Grundlagen des Endspiels, die jeder Anfänger lernen sollte
Das Endspiel ist die letzte Phase einer Schachpartie. Zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Figuren bereits getauscht. Nur noch wenige befinden sich auf dem Schachbrett. Viele Anfänger denken, das Endspiel sei einfach, weil es weniger Figuren gibt. Doch in Wirklichkeit ist es die kniffligste Phase. Ein kleiner Fehler kann die gesamte Partie entscheiden. Hier sind einige einfache Tipps, die Ihnen helfen werden, im Endspiel besser zu spielen.
Die Bedeutung der Bauern im Endspiel
Im Endspiel sind Bauern keine unbedeutenden Figuren mehr. Sie können das Spiel gewinnen. Erreicht ein Bauer das letzte Feld, kann er sich in eine Dame verwandeln. Deshalb sind Bauern in der Schlussphase so mächtig.
Man sollte seine Bauern immer vorsichtig vorrücken lassen. Unterstützt sie mit dem König oder anderen Figuren. Ein einziger Freibauer (ein Bauer, der nicht von gegnerischen Bauern blockiert wird) kann spielentscheidend sein. Für Anfänger gilt die einfache Regel: Bauern im Endspiel niemals ignorieren.
Wie man Türme und Damen einsetzt
Türme und Damen sind in offenen Stellungen sehr stark. Im Endspiel ist das Brett offener, da die meisten Bauern weg sind. Platzieren Sie Ihre Türme auf offenen Linien, damit sie lange Linien kontrollieren können. Damen sind am effektivsten, wenn sie den Turm unterstützen oder von hinten angreifen.
Eine gängige Taktik ist es, den Turm hinter den Bauern zu stellen, wenn man ihn vorrückt. So schützt der Turm den Bauern und kontrolliert gleichzeitig andere Felder.
Königsaktivität im Endspiel
In der Eröffnung muss der König in Sicherheit sein. Im Endspiel hingegen wird er zum Kämpfer. Man muss ihn nach vorne bringen. Der König kann Bauern schützen, schwache Bauern angreifen und sogar den gegnerischen König blockieren. Beispielsweise gewinnt im Endspiel mit König und Bauern meist der Spieler mit dem aktiveren König. Verstecken Sie Ihren König also nicht in der Ecke. Nutzen Sie ihn als starke Figur.
Nicht hetzen
Anfänger neigen im Endspiel oft zu überhasteten Aktionen. Sie ziehen Bauern ohne Unterstützung vor oder greifen nur mit einer Figur an. Doch das Endspiel erfordert Geduld. Beobachten Sie stets die Pläne Ihres Gegners. Auch mit weniger Figuren sind Fallen möglich.
Grundlegende Schachmatt-Kenntnisse
Jeder Anfänger sollte einige grundlegende Matttechniken beherrschen. Zum Beispiel das Mattsetzen mit König und Dame gegen einen einzelnen König. Oder das Mattsetzen mit König und Turm gegen einen einzelnen König. Diese Techniken sind einfach, aber sehr wichtig. Wer sie nicht kennt, riskiert, eine Gewinnstellung zu verspielen.
Wie man das beste Schachset zum Lernen auswählt
Für Anfänger braucht man kein teures Schachbrett. Ein einfaches Schachset aus Kunststoff oder Vinyl reicht zum Üben völlig aus. Holzsets sind ideal für zu Hause und sehen klassisch aus. Wer lieber mit Technik üben möchte, kann auch ein elektronisches Schachbrett ausprobieren. Am wichtigsten ist, dass man immer ein Brett und Schachfiguren parat hat, um täglich üben zu können.
Häufige Fehler von Anfängern
Jeder Anfänger macht beim Schachlernen Fehler. Das ist ganz normal. Kennt man jedoch die häufigsten Fehler, kann man sie vermeiden und sich schneller verbessern.
- Ein häufiger Fehler ist, das Zentrum zu vernachlässigen. Viele Anfänger ziehen ihre Bauern an den Rand des Schachbretts. Das führt zu Kontrollverlust und Zeitverschwendung. Versuchen Sie immer zuerst, in Richtung Mitte zu spielen.
- Ein weiterer Fehler ist, die Dame zu früh zu ziehen. Anfänger halten die Dame für stark und bringen sie deshalb sofort ins Spiel. Dadurch wird sie aber zu einem leichten Ziel. Man muss dann ständig versuchen, sie zu retten, während der Gegner seine Figuren entwickelt.
- Das Nicht-Rochaden ist ebenfalls sehr verbreitet. Bleibt der König in der Mitte, ist er ständig angreifbar. Eine frühe Rochade sichert ihn und bringt einen Turm ins Spiel.
- Viele Anfänger ziehen Bauern unüberlegt. Ein Bauernzug lässt sich nicht rückgängig machen. Trotzdem verschwenden Spieler sie planlos. Frag dich immer, warum du einen Bauern ziehst.
- Anfänger ziehen oft dieselbe Figur immer wieder. Das verschwendet Züge und gibt dem Gegner mehr Raum. Entwickle alle deine Schachfiguren und lass sie zusammenarbeiten.
Häufig gestellte Fragen zur Schachstrategie für Anfänger
Was ist der beste Eröffnungszug für Anfänger?
Wer aggressiv spielen will, sollte einfache Züge wie e4 oder d4 verwenden. Diese Züge helfen beispielsweise dabei, das Spiel zu kontrollieren.
Wie viele Figuren enthält ein Schachspiel?
Ein Schachset besteht aus 32 Figuren – 16 für jede Seite.
Wie schütze ich als Anfänger meinen König?
Am besten ist es, früh zu rochieren und die Bauern vor dem Gegner in Sicherheit zu bringen. So erhöhen sich deine Gewinnchancen, wenn du vorsichtig spielst.
Benötige ich das beste Schachset zum Lernen?
Nein. Selbst ein einfaches Schachbrett aus Plastik reicht für den Anfang völlig aus. Denn in der Anfangsphase geht es erst einmal darum, das Schachspiel zu lernen. Ein gutes Schachset kann man sich später zulegen.
Kann ich Schach selbstständig lernen?
Ja. Mit viel Übung und Online-Spielen kannst du dich auch ohne Trainer verbessern. Eine professionelle Weiterbildung wäre aber sehr empfehlenswert für dich.


